Newark – Detroit – Lansing – CMU: Eine Reise und eine Ankunft

Aus New York wieder raus, schön war das – aber weiter geht’s, zum Flughafen Newark jetzt, ab nach Detroit von hier aus, dann weiter nach Lansing – in die Hauptstadt von Michigan, eine Autostunde von meiner Universität entfernt. Meine kleine Odyssee – meine Reise nach und meine Ankunft in Michigan, die sich nicht zeitgleich mit meinem Eintreffen dort vollzieht (so einfach ist Reisen nicht), in der Retrospektive. Um Unmittelbarkeit vorzutäuschen, schreibe ich im Präsens.

Von Newark ins Internet und von Newark ins Flugzeug

Ich steige in Newark aus meinem Transportbus, nur drei Stunden geschlafen (der Abschied von dieser Stadt musste in der Nacht zuvor natürlich amtlich begangen werden), ich wanke kofferbeladen Richtung Empfangshalle des Flughafens. Drei Stunden Zeit – nicht schlecht; und wenig los, so früh morgens, gut. Einchecken. Dann Kaffee, grande, und ‘ne New York Times. Yes – die wollte ich schon immer mal dort lesen, wo sie geschrieben wird. Man fühlt sich der Welt so nah, wenn man weiß, nur wenige Kilometer entfernt haben wichtige schlaue Menschen die schlauen Buchstaben in ihren Computer gehauen, die ich nun lese – auratisch ein ganz neues Erlebnis! 😉 Ich lese einen Artikel über Angela Merkel und genieße trotz Angela Merkel und der Müdigkeit den frühen Morgen – und freue mich auf die nächste und längste und wichtigste Etappe meiner Zeit in den USA, zum Studieren bin ich schließlich (auch) hier. Eine Dreiviertelstunde, bevor das Boarding meiner Maschine nach Detroit beginnen soll, schlendere ich vergnügt in Richtung der Sicherheitskontrollen. Was mir entgangen ist: Der Flughafen hat sich nun doch ein wenig gefüllt. Eine lange Schlange möchte in die Richtung schlängeln, in die auch ich zu schlängeln beabsichtige. Aber: Nur ein Sicherheitsdurchgang am Flughafen Newark ist für dieses Vorhaben geöffnet. Und das dauert jetzt. Dauert, dauert, die träge Masse schiebt sich langsam nur nach vorn, ich klebe in ihr fest, das Gate ist so fern, Panik steigt auf, Stunden schleimen um mich herum und schnecken in Zeitlupe durch ein Portal, das in Größe und technischer Ausstattung der Apparatur ähnelt, die die Enterprise-Besatzung umgibt, wenn sie sich von Scotty up-beamen lässt. Das mit dem Beamen funktioniert hier aber nicht; teils verbringen Fluggäste Minuten in dieser Kapsel und werden durchleuchtet, befühlt, gestreichelt und geknufft. Die Panik wächst – den Flug werde ich verpassen. Und dann? Einen neuen buchen, ebenso einen neuen Anschlussflug ab Detroit – in Lansing würde ich so erst abends ankommen, lange nach dem verabredeten Zeitpunkt, zu dem meine gastgebende Uni, die Central Michigan University, mich freundlicherweise am Flughafen  up-picken möchte. Nach klebrigen Stunden flutsche ich endlich durch die Beam-Kapsel – und renne. Wer mich gut kennt, dem kommt das bekannt vor: Daheim in Bochum Werne soll man mich das ein oder andere Mal beobachtet haben, wie ich die 370 zu erreichen suche, loslaufend zum Zeitpunkt der fahrplanmäßigen Abfahrt; und Stimmen munkeln, auch in Frankfurt hätten Niklas und ich einen kleinen Sprint einlegen müssen, um das Abenteuer New York nicht zu verpassen. [Prolepse: Heute morgen erst musste ich rennen, um zur zweiten Sitzung eines Kurses nicht zum zweiten Mal zu spät zu kommen.] Ich renne wie ein Wilder über den Flughafen Newark. Im Laufen stecke ich für die Kontrolle herausgenommene Gegenstände zurück in meine Tasche und binde meinen Gürtel wieder um meine fliehenden Jeans. Ich renne, fliege, erreiche das golden mir entgegenschimmernde Gate zum Glück, reiße mein Ticket hervor und schleudere es den die Tickets und meine Zukunft kontrollierenden Damen am Portal entgegen.

Die aber schauen mich verständnislos an und schicken mich wieder fort – ich habe während meines gemütlichen Frühstücks verpasst, dass mein Flug um zweieinhalb Stunden verschoben wurde. Die Damen suchen mir auf mein verständnisarmes Stammeln hin einen neuen Anschlussflug heraus, aber wie soll ich meine Uni kontaktieren, um meinen Up-Picker über die verspätete Ankunft zu informieren? Telefonieren darf ich mit den Telefonen des Flughafens leider nicht, erfahre ich. Aber ich könne, so eine der wirklich freundlichen Damen, das WiFi des SkyClubs, eines Airport-Vereins für Gut-Betuchte, der hinter verschlossenen Türen Häppchen, Sekt und Internet anbietet, um das Warten in Gate-Nähe zu verkürzen, anzapfen. Ja richtig, telefonieren gehe nicht, aber ich könne mich einfach auf den Teppich setzen, gleich vor dem Eingang in den erlauchten SkyClub, passwortgeschützt sei deren Netz nicht, und in der Regel gut zu empfangen. Ich schreibe also, im Schneidersitz den Eingangsbereich des elitären SkyClubs zierend, eine Mail an meine Uni (das SkyClub-WiFi ist in der Tat problemlos zu empfangen) und surfe ein weiteres Stündchen entspannt durch die Weiten des WWW. Hier scheine ich niemanden zu stören (die Sicherheitsbeamten sind ja auch alle um Scottys Raumkapsel versammelt). Vor dem SkyClub hockend, kann man im Internet tun, was man möchte, dank SkyClub-WiFi. Ich atme wieder ruhig und freue mich meines Lebens. Knappe zweieinhalb Stunden später passiere ich doch noch mein goldenes Gate.

Im Flugzeug nach Detroit – Visitenkarten in Detroit – von Detroit nach Lansing

Im Flieger nach Detroit sitze ich neben Liz, einer Amerikanerin, die nach zweieinhalb Jahren in New York und Peking erstmals wieder in ihren Geburtsstaat Michigan fliegt, um dort ihr Studium zu beenden. Sie erklärt mir ihre Welt (Amerika und Peking) und ist sehr nett. Sie ist die erste, die mir anhand der eigenen michiganförmigen Handfläche erklärt, wo in Michigan welche Orte zu finden sind (in den letzten Wochen habe ich aus Dutzenden Handflächen Lokalitäten abgelesen!), erzählt mir von den schönen Seiten Michigans (die Great Lakes, Detroit früher) und den provinzielleren (ihre Heimatstadt irgendwo im Wald) und den weniger schönen (Detroit heute). Am Flughafen Detroit lerne ich eine nicht allzu schöne Seite Michigans kennen, den Flughafen Detroit.

Hier allerdings treffe ich auf einen netten braungebrannten Michigander (so nennt man die Einwohner Michigans tatsächlich!), der mich, vielleicht aufgrund meiner verwirrten Blicke (anlässlich des Äußeren des Inneren des Flughafens Detroit), anspricht und fragt, woher ich komme und wohin ich gehe (ein Philosoph). Ich erzähle ihm mein Leben, und zum Dank drückt er mir seine Visitenkarte in die Hand – wenn in Lansing etwas schief geht, darf ich ihn anrufen, dann kutschiert er mich persönlich bis in mein Wohnheim. Ich bedanke mich überwältigt, und kurze Zeit später sitze ich im Flieger nach Lansing.

Meine Sitznachbarin in diesem Flugzeug entschuldigt sich, dass sie vor dem Gate zufällig mit angehört habe, welches mein Reiseziel und welcher Natur meine Sorgen über die Weiterreise seien. Sie drückt mir ihre Visitenkarte in die Hand, sagt, sie selbst habe an der CMU studiert und würde sich freuen, mich, sollte in Lansing etwas schief gehen, bis in mein Wohnheim zu kutschieren. Liz, der Visitenkartenmann, die Visitenkartenfrau: Meine ersten Eindrücke der Eingeborenen in Michigan sind gut! (Hier habe ich in rhetorischem Übermut die amerikanische Siedler zu Eingeborenen gemacht – über die eigentlichen Ureinwohner Michigans wird in diesem Blog noch zu schreiben sein.)

Von Lansing nach Wetter

Meine ersten Eindrücke des Flughafens Lansing sind schlecht. Sehr schlecht. Topfpflanzen in dunkelbraunen Kisten blicken mich traurig an, es ist still, sehr still, zu still; der Flughafen riecht nach den 70er Jahren und sieht auch so aus. Hätte die Ruhr-Uni Bochum einen Flughafen, das hier wäre er. Ich setze mich, da ich erst in zwei Stunden up-gepickt werden soll (meine E-Mail-Aktion vor dem SkyClub war erfolgreich), in eine Cafeteria. Allerdings nur zehn Minuten, denn die Cafeteria des Flughafens Lansing schließt pünktlich um 18 Uhr. Ich werde verständnisvoll (mein Gesicht sieht wohl so aus, als hätte ich einen Kaffee bitter nötig) auf die Cafeteria jenseits der Sicherheitskontrollen aufmerksam gemacht, setze mich dorthin in Bewegung, darf die Sicherheitskontrollen aber nicht passieren, da ich kein Ticket für einen Abflug aus Lansing besitze. Also Cola aus dem Automaten. Lansing, die Hauptstadt von Michigan? Der Hauptbahnhof in Wetter ist meine erste Assoziation, als ich mein Gehirn systematisch nach Vergleichsmöglichkeiten durchforste.

Von Lansing in die Leere, von der Leere zur Block Party

Die Central Michigan University liegt weit, weit draußen, sehr ländlich, mitten drin im Staat Michigan – und das bedeutet hier wirklich: sehr zentral. Der Name der Universität ist weise gewählt; eine Western, Eastern, Northern und Southern Michigan University gibt es übrigens auch: kreativ!

Der Empfang ist freundlich (durch meinen mich up-pickenden Fahrer und auch in meiner residence hall, in die ich gleich einziehen kann – endlich bin ich, nach 14 Stunden Reise von New York aus, am Ziel). Zwei von insgesamt drei Mitbewohnern, mit denen ich zwei Zimmer und ein Arbeitszimmer bewohnen werde, lerne ich bereits heute Abend kennen: sehr nette Jungs aus Singapur.

In der Folge aber, und das gilt für die gesamte folgende erste Woche an meiner neuen Universität, stellt sich ein Gefühl der Leere ein. New York rauscht nicht mehr um mich herum. Der Campus ist verlassen – die internationalen Studierenden sind eine Woche eher bestellt, als die meisten amerikanischen Kommilitonen eintreffen werden. Ich lerne einen amerikanischen Studenten kennen, der bereits hier ist – sein Gesprächsthemenrepertoir beschränkt sich jedoch auf Bier und auf die Cheerleader des CMU-Football-Teams. Drei holländische Kommilitonen steigen freudig ein, diskutieren mit, ob und wie Cheerleader verführt werden können – und ob amerikanische Studentinnen unter 21 von holländischen Studenten über 21 rechtlich überhaupt verführt werden dürfen (dürfen sie). Der chinesische Kollege, mit dem ich in den nächsten vier Monaten mein Zimmer teilen werde und der an meinem zweiten Tag eintrifft, denkt offenkundig weniger über Cheerleader nach – oder er teilt mir seine Gedanken diesbezüglich zumindest nicht mit. Überhaupt teilt er mir wenig mit. Dass ich ihn die gesamte erste Woche für einen Japaner gehalten habe, er sich dann jedoch als Chinese entpuppt hat, mag symptomatisch sein für unsere nicht sonderlich ausufernde Kommunikation. Die meisten Silben lässt er mir nachts zuteil werden – er schnarcht in recht ausgeprägter Facon. Das mag für mich auch gelten – davon kriege ich nichts mit; aber ich hoffe es! Rache! 😉

Ich halte mich an den Folgetagen an die Kollegen aus Singapur, zwei Französinnen, eine Mexikanerin und drei Deutsche, und versuche nebenbei, weitere amerikanische Kommilitonen kennenzulernen (einige sind sogar schon vor den Internationalen eingetroffen). Klappt ganz gut – ein sehr netter, leider bald für seinen Ph.D. abwandernder Museumswissenschaftler (ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt) ist sympathisch, und einige weitere nette Leute lerne ich kennen. Roberto, mein ausgeflippter residence adviser, ist unberechenbar und fragt auf meine Aussage, meine Augen seien blau-grau, zunächst nach, ob mein eines Auge blau, das andere grau sei; als ich verneine, vermutet er, dass meine Augen von Zeit zu Zeit ihre Farbe wechseln. Er hat braune Augen und kommt aus Mexiko. Dort gelten für Augen offenkundig andere Gesetze. Roberto ist trotzdem cool.

Unter den Internationalen an der CMU befindet sich Deutschland rein ziffernmäßig auf den hinteren Plätzen. Mit fünf Studierenden sind wir weit vor den Iren (ein Vertreter) gelandet; gegen die ca. 100 Chinesen kommen wir aber nicht an. 😉 Unter diesen, wie auch im Falle einiger anderer zahlenmäßig hier stark vertretener Nationen zu beobachten, findet übrigens eine Ghettoisierung statt. In die Cliquen der Chinesen kommt man nicht rein, sie leben für sich und versorgen sich selbst; Gleiches gilt aber auch für die drei an Cheerleadern interessierten Holländer, die sich mittlerweile mit einem Italiener und zwei Italienerinnen zusammengetan haben. Auch in diese Gruppe kommt niemand mehr rein – das ist unmissverständlich. Sollte einer der drei Holländer sein Interesse an Cheerleadern durch ein Interesse an einem gleichgeschlechtlichen Italiener ersetzen und sollten die beiden anderen Holländer eine Neigung für Italienerinnen entdecken, gestaltet sich der Arbeitsalltag der cheerleadenden CMU-Bevölkerung in den nächsten Wochen möglicherweise entspannter.

Das Gefühl der Leere bleibt. Auch, als der Campus sich langsam zu füllen beginnt. Die amerikanischen Studenten scheinen, auf den ersten und zweiten Blick jedenfalls, einige Klischees zu bedienen. Einige Schränke (mit tiefen, nuschelnden Ami-Slang-Stimmen), denen man sofort ihre Zugehörigkeit zum CMU-Football-Team ansieht, laufen herum. Und einige Studentinnen sind arg bunt und barby-mäßig angezogen: Ray-Ben-Brillen sind oft die einzigen äußeren Kennzeichen, aus denen man mit viel Phantasie ein Symbol für intellektuelle Betätigung herausdeuten könnte (mit sehr viel Phantasie). Das Gefühl der Leere bleibt.
Dann kommt der Tag, an dem die amerikanischen freshmen eintreffen – und den Campus in einen Schauplatz einer einzigen großen Party verwandeln. Das wirkt zuweilen sehr befremdlich (die innere Leere bleibt) – insbesondere, wenn alle freshmen einen Tag lang in Safari-Kleidung über den Campus laufen. Ohne Ausnahme. Aber irgendwie ist auch ein ganz besonderer Geist in der Luft: ein Geist von Vorfreude auf das universitäre Leben, auf das Leben fernab von zuhause, für die freshmen zu großen Teilen das erste Mal in ihrem Leben. Ich denke an mein erstes Semester in Bochum zurück und kann mich eines weisen, lebenserfahrenen Lächelns nicht erwehren. Nein, wirklich: Ich freue mich, dass dieser Geist hier in der Luft liegt. Und zum ersten Mal spüre ich, welche Vorteile dieser Campus hat, dieser abgelegene Ort, der dafür aber ein großer und schöner ist, angelegt wie ein großer Park. Man könnte es eine Idylle nennen. Die Abendsonne taucht die Bäume und die alten Backsteingebäude in ein erhabenes Licht, und auf den Wiesen sitzen Safari-freshmen. In Scharen. Auch die anderen amerikanischen Studenten kehren allmählich zurück, und auch wenn viele sehr bunt sind, und viele weitere aussehen, als lebten sie nur auf dem Footballfeld: Die Stimmung packt mich doch, die Leere weicht der Vorfreude auf das Semester.

Die Leere kehrt noch einmal zurück, als mir Erschreckendes über die amerikanischen Behörden am Beispiel erzählt wird. Von einer Kommilitonin wird mir berichtet, dass ein deutsches Mädchen stundenlang am Flughafen in New York festgehalten wurde, weil man ihr nicht glauben wollte, dass sie für die Familie, bei der sie einige Monate wohnen wird, nicht arbeiten werde. Angeschrien wurde sie, immer wieder, als Lügnerin beschimpft. Erst nach Stunden durfte sie den Flughafen verlassen. Sie hat es geschafft, in die USA einzureisen – aber mit was für einem Willkommen; und was wird bleiben von diesen Erlebnissen bei der Einreise? Wenn es schon mir einen Stich versetzt, davon nur zu hören – wird das Mädchen die Zeit im Land der Freiheit genießen können? In was für einem Land bin ich gelandet?

Zu Beginn meiner zweiten Woche stehen Ereignisse an, die mir dann doch wieder wärmere Gefühle bescheren.

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Campuskultur: Welcome Reception, Campus by night, Wünsche amerikanischer Studierender (viele auf der Suche: nach sich selbst, nach Nemo und nach Horcruxen).

Eine Reception der internationalen Studierenden auf den Wiesen des Campus sorgt für ein Gefühl des Willkommen-Seins. Während einiger von Studenten gespielter Theaterszenen, die alle neu in die residence halls eingezogenen Studenten über Rassismus, Homophobie und Drogenmissbrauch aufklären sollen, werden Lieder abgespielt – und das größtenteils amerikanische Publikum singt sie alle leise mit. Die Lieder kenne ich sogar, und eigentlich mag ich sie nicht. U.a. wurde da ‘Miss Me When I’m Gone’ von Anna Kendrick abgespielt (hier singend und sich selbst mit einem Becher begleitend in David Lettermans Late Night Show zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=4vP1Z5tmww4) – Anna Kendrick kann etwas (ein bisschen singen und mit einem Becher rhythmisch klopfen), hat den unbedingten Willen zum Erfolg und findet sich, zumindest in der Öffentlichkeit, “amazing”. Klingt ziemlich amerikanisch. Als aber einige Hundert amerikanische Studenten anfangen, dieses Lied erst murmelnd, dann lauter mitzusingen (ohne Becher allerdings), stellt sich bei mir doch tatsächlich eine Gänsehaut ein. Hat meine Transformation in einen Amerikaner begonnen (in der Mensa habe ich auch schon das ein oder andere Mal Burger und potato stew gegessen)? Oder werde ich auf meine alten Tage einfach sentimental?
Letzte Woche dann fand eine Block Party auf dem dem Hinterhof unseres Wohnheims statt. Und dort wurde getanzt, dass das Zusehen eine Freude war: 40, 50 Studenten fangen ganz plötzlich an, sich zu einem Lied zu bewegen, als hätte es dafür langer Übung bedurft, und flippen dann richtig aus. Und die Polizeibeamtin, die für unsere Seite des Campus zuständig ist, tanzt mit – in voller Montur, in der dunkelblauen Police-Officer-Uniform der USA und mit einem Lächeln im Gesicht bewegt sie sich begeistert und die Hüften kreisend zu den Klängen auf unserem backyard. So etwas habe ich in Deutschland nie gesehen.

Die Central Michigan Universitiy wird in einigen nationalen Rankings übrigens als eine der Universitäten mit dem höchsten Party-Faktor geführt. (U.a. immerhin ein ansehnlicher 52. Platz unter 497 gerankten amerikanischen Universitäten hier: http://www.myplan.com/education/colleges/college_rankings_11.php.) Da habe ich ja voll ins Schwarze getroffen – die Party-Rankings werde ich in jeder meiner zukünftigen Bewerbungen stolz einfließen lassen.

Amerikanische Campuskultur – ich bin froh (wirklich!), das mitzuerleben. Auch wenn einige Zweifel und auch Fragen bleiben, die in den nächsten Wochen beantwortet werden müssen. Aber um Antworten zu suchen, bin ich ja hier – auch auf Fragen, die sich hier erst stellen.

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